Draußen nur Kännchen
Kaffeehaus mit ♥

Freitag, 13. Juli

Um 7.30 Uhr stand ich am Beckenrand im Freibad. Absurde Zeit. Das Wasser war auch noch sehr kalt. Keine Sonne, keine Wärme.

Dann, auf wundersame Weise: eine Superperformance. Ich bin 2,5 Kilometer geschwommen – und von den 50 Bahnen 25 gekrault. Einfach so! Halleluja. Es ist über mich gekommen. Ich hab’s raus.

Zeit: 24 Minuten für 1000 Meter. 50 Minuten für 2000 Meter. Danach ausschwimmen. Verrückt.

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Im Anschluss zur Kollegin, Vorbereitung der kommenden Woche, Telefonate. Sehr gute berufliche Entwicklungen derzeit. Tolle Projekte und Ideen. Ich bin entzückt.

Arbeitseis:

Arbeitseis

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Der Verlagsvertrag ist da, und jetzt ist es offiziell: Ich werde tatsächlich ein zweites Buch schreiben. Ein ganz anderes als das erste: eine Romanbiograhie. Und zwar die Geschichte von Käthe Paulus, der Erfinderin des Paketfallschirms. Das Buch wird im Insel Verlag erscheinen. Die Veröffentlichung ist für den Herbst 2019 geplant. Ich freu mich wie’n Schnitzel!

Deshalb war ich übrigens im Februar, auf meinem Weg nach Italien, in München: Weil ich unter anderem in der Bibliothek des Deutschen Museums recherchiert habe. Ballontechnik, Fallschirmtechnik, Fluggeschichte. Hach. Ich bin ganz raschelig.

BalloKopien: Theoretische Grundlagen der Ballonführung

Mittwoch, 11. Juli

Drei pickepackevolle Tage. Und tolle Tage.

Montag und Dienstag: Seminar im Haus Busch. Crossmediales Storytelling. Diesmal gefördert von der Landesanstalt für Medien NRW und wieder mit einer klasse Seminargruppe. Ganz unterschiedliche Leute mit unterschiedlichen Hintergründen. Das ist immer gut. Dann gebe nicht nur ich etwas rein, dann geben sich die Teilnehmer auch untereinander sehr viel.

Pausenimpression:

Herrenhaus Haus Busch von hinten

Das Haus Busch in Hagen hat ein gemeinsames Gelände mit einer Biologischen Station. Dort kann man gut mal eine Runde drehen, um den Kopf freizukriegen.

Die Ruhrpottreporterin war dabei und hat ein paar Seminarleaks getwittert.

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Am Montagabend nach dem ersten Seminartag war ich schwimmen. Sensationell gute Entscheidung nach neun Stunden im warmen, plüschigen Seminarraum.

Ich kraule inzwischen immer längere Strecken. Während ich am vergangenen Freitag nur einmalig eine 50-Meter-Bahn durchgekrault bin, bin ich jetzt fünf Bahnen durchgekrault. Nicht am Stück, es ist immer eine Brust-Bahn dazwischen. Aber so geht es inzwischen sehr gut. Außerdem bin ich weitere halbe und Dreiviertelbahnen gekrault. Entsprechend hat sich meine 1000-Meter-Zeit auf unter 25 Minuten verbessert, soweit ich das auf der Bahnhofsuhr am Schwimmeisterhäuschen richtig beobachte. Die 2.000 Meter schwimme ich inzwischen locker runter. Das wird noch was ganz Großes in diesem Sommer. Nicht so gut wie Handball, aber auf jeden Fall besser als Zumba und Yoga.

Die Reste der vergangenen Tage im Kofferraum: Laptop, Lesung, Schwimmzeug:

Tagesreste: Laoptoptasche, Schwimmtasche und Bücher

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Am Mittwochmorgen war ich beim Frühstück der Dortmunder Unternehmerinnen. Das ist eine Veranstaltung der Initiative „Frau.Innovation.Wirtschaft“, die immer eine sehr schöne und freundliche Atmosphäre hat.

Frühstücksbuffet mit vielen Bioprodukten, frischem Käse und Gemüse

Diesmal fand das Frühstück bei den Hofius-Schwestern statt: Lena und Nora Dümer. Hofius macht nachhaltige Mode, produziert in Deutschland und in einem Familienbetrieb in Polen und hat entsprechende Zulieferer, alles schadstofffrei.

Etwa die Hälfte der Kleidung entspricht überhaupt nicht meinem Geschmack. Die andere Hälfte gefällt mir gut. Ich habe mich bislang immer am Preis gestört, denn – bei allem guten Willen: Man kriegt ein leichtes bis mittelschweres Augenzucken, wenn man das Etikett umdreht. Was ich aber jetzt erfahren habe, was für mich Gold wert ist und den Preis dann auch wieder in einem anderen Licht erscheinen lässt:

Ich kann dort hingehen und sagen: „Das T-Shirt ist toll. Aber ist mir zu kurz.“ Dann gucken sie, ob noch Stoff da ist, vermessen mich und schneidern mir ein längeres Unikat. Einfach so! Das ist natürlich eine super Sache für mich. Denn Arm-, Bein- und Leiblängen von Klamotten sind mein Armageddon. Ich bin entzückt und habe vor lauter Entzücken direkt mal zwei Shirts gekauft (die sogar ohne Spezialanfertigung lang genug waren).

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WM-Finale Frankreich – Kroatien. Ich hätte ja Belgien – England besser gefunden. Aber mich fragt ja keiner.

Der Bundesliga-Spieplan ist raus. Die ersten drei BVB-Spiele sind an einem Freitag oder Sonntag. Das ist natürlich totaler Mist. Erst am 22. September gibt’s den ersten Samstagnachmittag-fünfzehndreißig-Termin – und dann bin ich nicht mal in Dortmund. Wegen Barcamp Dangast. Was natürlich auch super ist, Barcamp und Meer und die ganzen tollen Leute dort und so – aber … oaaar. Mein erstes Samstagnachmittags-BVB-Spiel mit traditioneller Samstagnachmittagsbundesligabegehungstradition wird also erst am 6. Oktober sein. Kurz vor Weihnachten! Das bedrückt mich.

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Was noch super war:

Sonntag, 8. Juli

Frühstück:Frühstück mit Brand Eins "Service" und Kaffee

Die Lektüre hat mir eine Blogleserin zugesendet. Sie sagt, das Heft habe sie „immer an mich denken (& schmunzeln) lassen.“

Gleich der erste Text ist ein Volltreffer. Hätte ich einen Stift zur Hand gehabt, ich hätte ganz viel unterstrichen. Es geht um Service und Digitalisierung, um Service-Bots und ihre Sinnhaftigkeit. So stellt der Text die These auf, Bots seien für einfache Serviceanfrage, für Routinefälle perfekt.

„Nun ist es aber so, dass in einer komplexen Welt die meisten Probleme komplex sind, auch ganz alltägliche, triviale Dinge. Es ist eher außergewöhnlich, wenn sich ein Problem isoliert von einem Kontext mechanisch lösen lässt.“

Die meisten Callcenter seien lediglich die Vorstufe zu Bots, eine Bot-isierung des Callcentermitarbeiters. Denn alles, was dem Callcentermitarbeiter erlaubt sei, sei das möglichst schnelle Abarbeiten mechanischer Rituale. Im Callcenter …

„[…] treffen hilflose Menschen auf hilflose Menschen, die nur einen Servicerahmen abarbeiten dürfen, also das tun, was ein Bot noch billiger tun kann. So gesehen, erscheint der zunehmende Ersatz der Callcenter durch Bots geradezu humaner Fortschritt.“

Als hier neulich das Internet weg war, eine Woche lang, weil die Baustelle am oberen Ende der Straße das Kabel weggebaggert hat, hatte ich mehrfach Kontakt mit dem großen Telekommunikationsdienstleister. Die Menschen am andere Ende der Leitung waren allesamt freundlich. Aber sie hatten keine Zeit. Es war auch kein Gespräch, was wir miteinander führten. Sie arbeiteten Fragen haben – Fragen, die in meinem konkreten Fall keine Relevanz hatten. Sie hatten nicht einmal ausreichend Zeit, dass ich ihnen einen guten Tag und einen guten Abend wünschen konnte. Auch durften sie nicht auf Anderes eingehen als das, was punktgenau auf die Frage passte, die sie mir stellten. Was dumm war, denn die Fragen hatte ja keine Relevanz. Dafür hatten andere Dinge Relevanz. Das ließ mich befremdet und mit einem unschönen Gefühl zurück – und das, obwohl das eigentliche Problem gelöst war.

Der Text plädiert dafür, alles zu automatisieren und zu digitalisieren, was uns lästig sei. Damit wieder Zeit bleibe – für das Persönliche. Denn Digitalisierung bedeute nicht Einheitlichkeit, sondern im Gegenteil: mehr Individualität. So ist es. Ich wollte den Text kurzzeitig küssen für seine Wahrheiten.

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Nach dem Frühstück: Arbeiten. Seminarvorbereitungen für morgen. Buchhaltung. Umsatzsteuervoranmeldung. Angebote schreiben (yeah!). Außerdem: saubermachen. Wäsche waschen.

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Marcus, der Physikant meines Vertrauens, hat mich nach unserer Lesung darauf hingewiesen, dass es einen physikalischen Fehler in meinem Zumba-Text gibt: Konvexe Spiegel machen konkav, während konkave Spiegel konvex machen – und nicht, wie im Text beschrieben, anders. Das ist natürlich vollkommen richtig.

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Abendessen:

Abendessen vor Gartenkulisse

Rinderfilet an gegrillten Gartenzucchini mit 2017er Gavi di Gavi, Sonderedition des Ladies‘ Circle.

Samstag, 7. Juli

Viele Ereignisse dieser Tage. Keine großen, dramatischen Begebenheiten. Eher kleine, wirkungsvolle Gesten.  Alles erfreulich. Ich bin guter Dinge.

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Am Freitagabend: Porsche, Pölen, Pott! Hansbahnhof, Teil der Maschine, und ich lasen kurzweilige Texte, moderiert von meiner Freundin Steffi vom ZDF sport.

Porsche Pölen Pott

Das war eine runde Veranstaltung mit vielen tollen Gästen. Alles, was über Kostendeckung hinausgeht, spenden wir Kinderlachen e.V..

Wer dabei war (und auch: wer nicht dabei war) und Hansbahnhofs Reisen im 65er-Porsche nach Schottland nachempfinden möchte: Es gibt Videos, unter anderem dieses.

Gegebenenfalls sollten wir über eine Zukunft als Moderatorenduo nachdenken.

Moderatorenduo

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Hochzeit zum Zugucken im Zisterzienserkloster in Bochum-Stiepel.

Das Hochzeitspaar ist sehr gläubig, und es war eine persönliche Hochzeitsmesse. Das Ganze war nicht meine Welt ist; dennoch habe ich mich für das Hochzeitspaar gefreut, das es seinen eigenen Weg gefunden hat. Das war toll.

Ich wohnte dem Ganzen nur als Zaungast bei, aus alter Verbundenheit und zum Gratulieren – gemeinsam mit der Torfrau. Im Anschluss verlegten wir, die Torfrau und ich, zur Besprechung des Ereignisses, der vergangenen Woche und des allgemeinen Lebens in ein Café, in dem es erfreulicherweise Waffeln mit Milchreis-Zimt-Eis gab. Die Kreation bekam neun von zehn Punkte auf der internationalen Waffelskala: optimale Festig- und Fluffigkeit, solider Geschmack ohne Aromen, herausragendes Eis.

Während wir tranken und aßen, wurden wir ein zweites Mal be-hochzeitet: In der gegenüberliegenden Kirche heiratete ein uns unbekanntes Paar mit großer Festgesellschaft, während wir im Altstadtambiente in der ersten Reihe saßen und Milchschaum schlürften. Perfektes Samstagsprogramm. Zehn von zehn Punkte.

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Ich habe eine neue Schwimmbrille und mir außerdem Paddles gekauft.

Die Schwimmbrille ist super; sie sitzt sehr flach auf dem Auge, hinterlässt nur miniale Abdrücke und beschlägt nicht. Die Paddles sind auch gut – tolle Trainingswirkung, sehr gut für die Technik.

Ich kraule immer mehr: halbe Bahnen, dreiviertel Bahnen. Erstmals bin ich auch eine 50-Meter-Bahn durchgekrault, ohne dass ich das Gefühl hatte, ertrinken zu müssen. Wenn ich mit den Paddles kraule, mache ich nur eine minimale Beinbewegung – nur so viel, dass ich stabil im Wasser liege. Das empfinde ich als deutlich kraftsparender – trotz höherer Belastung der Arme. Gleichzeitig bin ich schneller als beim Brustschwimmen. Faszinierende Sache.

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Die Hummeln im Garten drehen durch: Lavendel, Allium, Dahlie – die ganzen Blumen sind voll von kleinen, pummeligen Hintern. Wunderbar.

Hummeln im Allium

Dienstag, 3. Juli

Heute ist mein Haushalt ausnehmend sauber, viel sauberer als sonst. Ich habe Bettwäsche gewaschen, gesaugt, gewischt und aufgeräumt – und das alles nur, weil ich meine Abschlussarbeit für die Fernuni Hagen fertigstellen musste. Eigentlich hätte ich auch noch den Terrassentisch streichen, die Fenster putzen und Rasen mähen können, aber dann habe ich mich doch rangesetzt und das Dingen fertig gemacht. Morgen geht es in die Post.

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Am Abend war ich schwimmen, konnte aber nur 500 Meter zurücklegen, weil meine Schwimmbrille kaputt ist. Das Gummi ist porös geworden und haftet nicht mehr richtig an der Schale. Alle zwei Bahnen lief mir die Brille voll, und trotz Reparaturversuche war nichts mehr zu retten. Ich habe mich dann auf die Wiese gelegt, habe den Problemen der benachbarten Teenie-Mädels zugehört und bin kurz eingenickt.

Ich habe mir jetzt die Zogg-Fusion-Brille bestellt, wie es hier jemand in auf Instagram empfohlen hat. Vielleicht sehe ich dann nach dem Schwimmen auch nicht mehr wie ein Pandabär aus.

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Die Nachbarn sind im Urlaub, und ich gieße ihre Balkonblumen. Immer, wenn ich die Aufgabe habe, ihre Balkonblumen zu gießen, sind es während des gesamten Zeit 30 Grad – egal, ob es April oder Oktober ist oder, wie jetzt, Juli. So war es bislang jedesmal. Vielleicht sollten die Nachbarn Anfang des Jahres ihren Urlaubskalender ins Web stellen, damit wir alle unsere Freibadbesuche, Kanutouren oder Zeltlager danach planen können. Dann kann Kachelmann einpacken.

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Gelesen: Franzi schreibt über digitale Gräben. Ich bin, genauso wie Franzi, immer wieder überrascht, wie groß die Gräben sind, wenn ich in sie hineinstolpere. Es gibt Menschen in meinem Alter (und jünger), die nicht täglich ihre Mails abrufen. Oder die grundsätzlich nicht auf Mails antworten, „weil das zu kompliziert ist“. Das Wissen darüber, wie Webseiten funktionieren, wie man Dokumente miteinander teilt oder wie man die Google-Suche effizient benutzt, ist erstaunlich wenig verbreitet – dafür gibt es Vorbehalte, Ängste, Kann-ich-nicht und Brauch-ich-auch-nicht. Bei Letzterem habe ich meine Zweifel, und ich frage mich, was es für unsere Gesellschaft bedeutet, wenn ein Teil der Menschen digital abgehängt wird – oder sich abhängen lässt.

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Heute habe ich nur etwa zehn Sätze gesprochen. Das war toll.

Montag, 2. Juli

Aus verschiedensten Gründen bin ich in den vergangenen Tagen nicht zum Bloggen gekommen. Beziehungsweise: Es gab ein paar andere Prioritäten. Kunden zum Beispiel.

Ein kurzer Abriss über nicht-geschäftliche Ereignisse in nicht-chronologischer Reihenfolge:

Win-Gin-Situation

Vor drei Wochen schrieb ich einen kleinen Blogeintrag, in dem ich meine Parship-Erfahrungen zum Besten gab und mit mathematischer Beweisführung aufzeigte, dass ich mich mit Gin erfolgreicher verliebt hätte als mit Hilfe von Parship – bei gleichen Kosten.

Parship hat reagiert und mir eine Auswahl besten Gins geschickt. Chapeau, Social-Media-Team.

Kleine Flaschen Gin auf einem alten Radio, darüber Schriftzug "Glück auf!"

Im Twitter-Thread aufgekommene Wortspiele – neben Win-Gin-Situation: Ginfluencer. Wahngin. Wie ginial ist das denn? Gindern. Da macht das Leben doch wieder Gin.

Das Radio erhielt auf Twitter Lob und Aufmerksamkeit. Es ist ein Familienstück und stand bereits in meinem Elternhaus in der Küche. Ich schätze, dass es mindestens so alt ist wie ich, also 40. Vielleicht ist es auch schon 50. Es ist mehrmals mit mir umgezogen und das einzige Radio, das immer Empfang hat, an jedem Standort. Nur, wenn man es frisch einschaltet, rauscht es manchmal etwas. Dann muss man ihm sanft die Seite tätscheln, und es geht sofort wieder.

Heidelberg

Am vergangenen Wochenende bin ich wieder mal in Heidelberg gewesen, diesmal als Junggesellinnenabschiedsorganisiererin. Weil wir alle keine 25 mehr sind, war derAusflug gediegen und ging unverkleidet vonstatten, ohne Bauchladen oder fragwürdige Spiele. Quasi ein Wellness-Junggesellinnenabschied. Programm: altersgerechtes Spazierengehen, Schlossbesichtigung und kulinarische Genüsse.

Heidelberg: Blick ins Neckartal

Die Braut musste nichts weiter tun außer durchgängig ein Diadem tragen – was allein der Tatsache geschuldet war, dass sie am gleichen Tag wie Lady Di geboren ist. Die beiläufige Selbstverständlichkeit, mit der sie das Diadem trug, sorgte während der Schlossbesichtigung für zarte Verwirrung bei japanischen Touristen. Wir lösten das Rätsel nicht auf.

Kalsarikännit

Von Menschen mit skandinavischem Familienhintergrund habe ich das finnische Wort „Kalsarikännit“ gelernt, das nichts Geringeres heißt als

Das Gefühl, wenn man sich allein zu Hause, nur mit Unterwäsche bekleidet, betrinkt – ohne jegliche Absicht, noch auszugehen. (Quelle)

Jaaaa! Ein Geschenk!

Von einem lieben Menschen aus dem Internet habe ich unverhofft ein kleines, aber tolles Geschenk bekommen: einen Auto-Ordnungsgurt. Das ist ein Dingsi, das man um den Beifahrersitz schnallt. Dann kann man die Handtasche, eine Wasserflasche oder anderen Kram dahinter klemmen, ohne dass das Zeug beim Bremsen in den Fußraum rutscht.

Autoordnungsgurt im Einsatz

Ich bin entzückt. Meine Art zu reisen wird nicht mehr dieselbe sein.

Betzavta

In geselliger Atmosphäre habe ich von Betzavta erfahren, einer israelischen Methode zur Demokratie- und Toleranzerziehung. Sie findet Anwendung in Teams und im Konfliktmanagement, vor allem wenn interdisziplinär gearbeitet wird und die Teams heterogen sind. Die Methode wurde im Adam Institute in Jerusalem entwickelt und vom Centrum für angewandte Politikforschung an der LMU München adaptiert. Sehr interessant! Das werde ich mir näher ansehen. Das könnte für meine Arbeit in Organisationen gut sein – in Hinblick auf Entscheidungsfindung und Selbstorganisation von Teams.

Abschlussarbeit

Erstmal sitze ich aber an meiner Abschlussarbeit in „Mediation“, einer kleinen akademischen Arbeit, die ich spätestens Ende dieser Woche zur Fernuni Hagen schicken muss. Nach meiner Diss hatte ich mir eigentlich geschworen, nie wieder irgendeine Arbeit für eine irgendeine Uni verfassen zu wollen. Jetzt sitze ich wieder fluchend über Fußnoten. Macht seltsamerweise sogar ein bisschen Spaß. Verrückt.

Talk Big: Ich spreche übers Bloggen und allerlei Zeugs

Als ich im Februar in München war, hat mich Sabine von Blog Big interviewt. Die Podcastfolge ich nun online, und Ihr könnt unser Gespräch hören.

Talk Big - Blog Big: Kekse und Tee

Sabine hat freundlicherweise aufgeschrieben, worüber wir uns unterhalten haben. Denn es ist so lange her, dass ich das schon gar nicht mehr weiß. Findet Ihr alles unter dem Link.

Zwei Tage mit mir – für nur 80 Euro

Nächste Woche Montag und Dienstag bin ich im Journalisten Zentrum Haus Busch in Hagen und gebe ein Seminar. Thema: Crossmediales Storytelling.

Im Seminar lernen Sie, Inhalte für mehrere Medienkanäle zu planen und zu konzipieren. Sie erarbeiten die Charakteristika und Einsatzmöglichkeiten von Online, Print, Audio und Video, lernen medienspezifische Formate kennen und entwickeln ein Gespür dafür, welches Medium für welchen Inhalt wann am besten geeignet ist.

Mehr auf der Website vom Haus Busch. In den vergangenen Sitzungen ging es auch viel um Unternehmenskommunikation: wie man für verschiedene Kanäle mit begrenztem Personal arbeitet und wie man gute Geschichten aus dem Unternehmen erzählt. Ich mache das immer sehr interaktiv und arbeite mit Projekten und Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.  Dann kann jeder direkt etwas mit nach Hause nehmen.

Die Landesanstalt für Medien fördert das Seminar. Die Teilnahme kostet deshalb nur 80 Euro für zwei Tage. Es sind noch Plätze frei.

Mittwoch, 20. Juni

Kein DSL in the house. Internet kaputt. Die Bauarbeiter oben an der Straße haben es kaputt gemacht. 

Es ist nicht das erste Mal und überhaupt machen sie, seit sie dort arbeiten, oft Sachen kaputt. Die Bushaltestelle zum Beispiel. Die ist nämlich irgendwann einfach abgestürzt. Hang weggebrochen, Bushaltestelle weg. Ups. Oder sie wemmsen den Zaun des Nachbarhauses um. Nun hat die ganze Straße mal wieder kein Telefon und kein Internet. 

Seit Neuestem ist meine Straße auch eine Einbahnstraße, weil die Bauarbeiter ihr ganzes Zeug auf der Fahrbahn lagern und der Bauzaun so weit auf sie hinaus ragt, das eine Straßenseite nicht mehr benutzbar ist. Also hat man sie kurzerhand gesperrt, braucht ja kein Mensch, so eine Fahrbahn.  Auf der verbleibenden Straßenseite rangieren die Arbeiter mit ihren Baufahrzeugen, Lkws laden Material ab, Handwerker parken ihre Bullis und Kleinlaster. Die ganze Straße, die kein Telefon und kein Internet hat, fährt Umwege durchs Wohngebiet oder steht fluchend vor diesem riesigen Komplex mit 40 Wohneinheiten und fragt sich, was für ein Chaos in unserer kleinen Straße erst ausbricht, wenn die Mieter dort eingezogen sind, wenn sie Gäste bekommen und alle durch und in die Straße wollen. 

Es ist auch ein Irrsinn, für wie viel Geld diese Wohnungen verkauft werden, in denen man auf der einen Seite gegen den Hang und auf der anderen Seite auf eine Hauptverkersstraße guckt, mit einer Bushaltestelle vor der Haustür, an der alle zehn Minuten ein Dieselbus vorfährt. Falls die Bushaltestelle dort wieder aufgestellt wird, natürlich. Momentan ist sie ja genauso tot wie Telefon und Internet und Zaun und unser aller Geduld mit dieser Situation.

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Vor drei Tagen habe ich die wirklich große Vogelfutterstation aufgefüllt. Sie ist schon wieder leer. Wie können so kleine Vögel so viel fressen? Und so klein dabei bleiben? Ich warte auf den Tag, an dem ein Pkw-großer Dompfaff in meinem Garten landet und sich rülpsend für die gute Pflege bedankt.

Die Eichhörnchen sind übrigens unschuldig: Sie bedienen sich an zwei anderen Orten, auch wenn sie immer wieder versuchen, die Station zu plündern. Ich habe mehrere akrobatische, aber auch verzweifelte Versuche, sich dort zu bedienen, beobachtet. Nix zu holen für Ronny – nur viel zu lachen für mich. Gierige Eichhörnchen sind schon spaßig.

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Mein Lehrauftrag an der TU Dortmund geht auf die Zielgerade: In einem Monat endet das Semester. Was mir immer Kopfschmerzen bereitet: Am Ende muss ich die Studierenden benoten, und das macht keinen Spaß. Wir machen ein Projekt, jeder bringt sich mit seinen Kompetenzen ein, es gibt erfahrenere und unerfahrene Studis, es geht ums Können, nicht um Abfragewissen – wie soll ich das in einer einzelnen Zahl bewerten? 

Außerdem: Es ist mein Job, den Leuten zu helfen, gut zu werden. Wie soll ich sie dafür bewerten? 

Schon in der Lehrredaktion, also als Leiterin der Ausbildungsredaktion Magazin, fiel mir das schwer. Ich mache praktische Seminare, die die Leute für die Arbeitswelt qualifizieren. Ich frage kein statisches Wissen ab. Es gibt Studierende, die schon auf ziemlich hohem Niveau anfangen – weil sie gut sind und Talent haben, weil sie vielleicht die besseren Voraussetzungen haben, weil sie schon zig Praktika machen konnten oder, oder, oder. Dann gibt es Studis, die schwach beginnen, die sich aber einbringen, Korrekturrunden klaglos über sich ergehen lassen, lernen und sich verbessern – und am Ende im Mittelfeld landen. Ist die Leistung geringer zu bewerten? Oder ist das vielleicht sogar der größere Skill fürs Berufsleben? Was macht das mit den Menschen, wenn ich das statische Können höher werte als das dynamische Lernen? Dann gibt es Studierende, die mittelprächtige Leistungen bringen, wenn es um eigene Inhalte geht (also den eigentlichen Lehrinhalt), die aber hervorragend organisieren können, gute Impulse geben, die den Laden zusammenhalten und sich noch Programmierkenntnisse draufschaffen, weil sie grad gebraucht werden. Was ist mit denen?

Ich habe mir seinerzeit die Freiheit genommen, die Note dreizuteilen und alles Drei zu bewerten: ein Drittel Lehrredaktionsinhalte, ein Drittel Lernerfolg, ein Drittel die Bewertung von Soft Skills und besonderer Leistungen – ein Behelf, der der Sache zumindest einigermaßen gerecht wurde. Es brauchte dazu Transparenz und Erklärungen, denn natürlich reden die Leute untereinander über ihre Noten und vergleichen – und fragen sich, wie ihre Benotungen zustande kommen. 

Nun muss ich bald wieder benoten und – ach je. 

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Dieser Tage habe ich Post von Boxcryptor erhalten, der Verschlüsselungslösung, die ich für meine Clouddaten benutze (keine Werbung, nur Info). Sie haben meinen Blogpost gesehen – offenbar haben sie eine gute Social-Media-Abteilung – und mir ein Geschenk geschickt. 

Darüber habe ich mich gefreut. Dabei geht’s mir nicht einmal um das Geschenk, sondern dass  jemand in der Boxcryptor-Bude sitzt und sich dafür interessiert, was Kundinnen über ihn denken.  Das finde ich sympathisch und macht mir Hoffnung, sollte es zu einem Supportfall kommen oder sollte ich andere Begehren haben. So einfach kann’s sein, gute Stimmung fürs Unternehmen zu machen.

Verwundert bin ich hingegen über Parship. Nicht, dass ich ein Geschenk wollte (wobei ich bei einem Jahresabo Landwirtschaftssimulator schon schwach werden könnte) – aber wie kann man das als Social-Media-Manager verpassen und nicht aufspringen? Ich hätte mir jedenfalls etwas Nettes ausgedacht. Parship, wenn Ihr das doch noch lest: Ich kenne Social-Media-Experten, die etwas für Euch tun können. 

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Christian und ich habe uns übers Anfangen unterhalten. Für alle, die noch nicht mit unserem Podcast begonnen haben, ist die siebte Folge ein guter Start. #serviceblog

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Gelesen: Julia Reda über das geplante EU-Leistungsschutzrecht, das vorsieht, dass Internetnutzer zahlen müssen, wenn sie auf Nachrichteninhalte im Web verlinken, Informationen teilen und Quellen für ihre Behauptungen nennen. Fun Fact: Die Lobbyisten argumentieren, dass das Gesetz gegen Fake News helfe. Ich stehe fassungslos davor und mir fehlen die Worte angesichts der Offensichtlichkeit dieses Unsinns.

Gelesen: Der Fußball und seine Fans haben ein Problem. Ein Beitrag zur Fußballkommentatorin Claudia Neumann und dem sexistischen und diskriminierenden Hass, mit dem sie sich auseinandersetzen muss.

Gelesen: Führungskräfte-Befragung offenbart Lücke zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit [pdf] – eine Befragung der „Initiative Chefsache“ zu Frauen und Diversität auf Führungspositionen. Die interessanteste Antwort ist Antwort sechs. Die Frage lautet: „Wie wichtig ist Ihnen bei Beförderungen oder Teamzusammenstellungen, dass die Person(en) ähnlich arbeiten und denken wie Sie?“ Zwei Drittel der Befragten antworteten mit „wichtig“ oder „sehr wichtig“. Die, die jetzt Entscheider sind, fördern also in erster Linie die, die ihnen ähnlich sind. Das erklärt die Uniformität von Vorständen, Geschäftsführungen und Führungskräften – und ist leider ein Problem für die Innovationskraft von Unternehmen und auch Deutschlands (vgl. Bertelsmann-Studie, pdf).

Anfangen: Christian und ich reden übers Loslegen

Neue Folge, 35 neue und frische Minuten mit Christian und mir.

Wir reden darüber …

  • warum es schwierig ist anzufangen,
  • wie es leichter fällt,
  • dass es eigentlich nicht ums Anfangen, sondern ums Aufhören geht
  • und welche Rolle Perfektionismus dabei spielt.

Uns interessieren Eure Geschichten: Wann fällt Euch anfangen schwer – und wann leicht? Wie haltet Ihr durch? Womit habt Ihr erfolgreich angefangen? Was wollt Ihr anfangen?

Zum Weiterlesen:

  • Zehn Tipps zum Anfangen – damit’s voran geht.
  • Ein sehr gutes Interview übers Sicherverändern, über Persönlichkeit und darüber, wie wir uns selbst sehen und was das mit unserer Fähigkeit zu tun hat, etwas Neues zu beginnen

Die Folge gibt’s wie immer bei Podigee und bei Soundcloud – und als mp3 zum Download. Außerdem könnt Ihr den Podcast bei iTunes abonnieren.

Sonntag, 17. Juni

Weiterhin große Schwimmfreude.

Heute bin ich 2.000 Meter geschwommen, davon 1.000 Meter zügig – in 27 Minuten. Vielleicht waren es auch 26 Minuten. Ich habe nur die große Uhr am Schwimmmeisterhäuschen, auf die ich schauen kann; jedenfalls habe ich um 20 nach angefangen und war etwas über Viertel vor fertig – ich muss der Uhr allerdings immer noch eine halbe Bahn entgegenschwimmen, damit ich es genau erkennen kann.

Ich erkläre mir die gute Perfomance mit dem vorangegangen Grillabend, der fulminant in einem Erdbeertörtchen mündete und eine gute Grundlage bildete.

Freibad mit zwei Schwimmerbahnen, Bänken und Wiese

In einem Kommentar zum Dienstag habe ich eine Frage zu meinem Schwimmstil beantwortet: Ich schwimme Brust, weil ich nichts anderes kann – mit Armzug, untertauchen, Beinschlag, gleiten, wie man das so macht. Ich habe nur Seepferdchen und niemals Unterricht in Schwimmtechnik genossen, deshalb ist das wahrscheinlich alles sehr verbesserungswürdig. Auf den zweiten 1000 Metern schiebe ich immer ein bisschen Kraul ein. Nach einer dreiviertel Bahn muss ich allerdings jedesmal aufgeben, weil Kraulen mich so anstrengt. Ich mache also irgendwas falsch. Oder muss einfach mehr üben.

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Auf dem Grillabend gab es Bierchen – also ein Bierchen, das „Bierchen“ heißt. Wundervoll.

Stauder Bierchen

Schmeckt auch gut. Traditionelle Ruhrgebietsbraukunst aus Essen, Etiketttext: „Aromastarkes, frisches Charakter-Bierchen, handwerklich gebraut.“

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Ich bin müde von zwei Dingen.

Ich bin müde von Talkshowthemen und Magazincovern, die sich mit nichts anderem als mit Flüchtlingsthemen befassen, während wir hier in Frieden leben, unsere Wirtschaft boomt, jeder vierte Geflüchtete mittlerweile einen Job hat und während viele tolle Dinge im Land passieren – während uns allerdings das Pflegepersonal fehlt, die Mieten in Großstädten durch die Decke gehen, während es in Schulen und Turnhallen hineinregnet, während der Verkehr in meinem Bundesland sich ins Absurde staut und während ich, sobald drei Meter Rapsfeld um mich sind, nicht mal mehr Egde-Empfang habe.

Ich frage mich, warum wir, statt in roter Farbe und großen Buchstaben Angst zu schüren, nicht unaufgeregt über eine zukunftsgerichtete Einwanderungspolitik reden, damit neben Asylsuchenden und Konzernmitarbeitern auch Krankenpfleger aus Jordanien, Maschineinrichter aus Namibia oder Busfahrerinnen aus Moldawien geordnet und mit unserer Unterstützung hier einreisen und leben können. Was spricht dagegen, dass sie friedlich hier wohnen, arbeiten und mit uns das Land gestalten? Nur: Wir bieten normalen, durchschnittlich qualifizierten, redlichen Menschen aktuell keine Möglichkeit, sich darum zu bewerben. Das ist weltfremd.

Statt also einen pragmatischen, lösungsorientierten Diskurs anzustoßen, erlebe ich eine bedingungslose Fokussierung auf eine Bedrohung, die es weder in der Kriminalitätsstatistik noch in anderen Zahlenwerken gibt – und das in einer Tonalität und Vehemenz, die mich an sehr, sehr dunkle Zeiten erinnert.  Die Ignoranz und Unfähigkeit von Redaktionen, andere Perspektiven zu beleuchten als die des wohlsituierten Redakteurs, der sich in seinem Reihenmittelhaus von marodierenden Arabergruppen bedroht sieht, macht mich müde – und ich frage mich, woher das journalistische Selbstbewusstsein kommt, diese Themensetzung als Reflexion der Volksseele zu sehen. Die Volksseele hat bald Sommerferien, sitzt dann cremegeschmiert und sandpaniert an Badeseen, brät Bratmaxe oder reist mit Charterflugzeugen auf Mittelmeerinseln, um dort in teutonischer Geselligkeit Schnitzel zu essen und sich weltgewandt zu fühlen. Die größte Bedrohung ist dabei der Klimawandel, der übrigens auch ein Thema wäre. Aber wenn wir erstmal Ankerzentren haben, gibt es auch keinen Starkregen oder keine Polkappenschmelze mehr – das habe ich doch richtig verstanden, oder?

Ich bin außerdem müde von Einladungen zu Veranstaltungen, zu Sommerfesten, Technologie-Summits und Diskussionsrunden, in denen Podiumsgäste stehen, die allesamt mittelalt und männlich sind, ohne Migrationshintergrund, und die, legt man all diese Einladungen ausgedruckt nebeneinander, in ihrer Homogenität gut in eine Werbekampagne für Herrenhemden passen. Diese Woche erhielt ich drei dieser Einladungen mit zusammengenommen acht Podiumsgästen. Es war weder eine Frau darunter, noch gab es Gäste, die anderweitig aus dem Hemdenwerbungsraster fielen. Hätte ich in den vergangenen Jahren die Erfahrung gemacht, dass die Veranstaltungen trotz der uniformen Gäste erhellend und horizonterweiternd sind, würde ich mich nicht so daran festbeißen; aber das sind sie nicht: Es sind Veranstaltungen, in denen ich immer das Gleiche höre, nur aus unterschiedlichen Mündern (manchmal, andernorts, wird es schon lachhaft absurd, zum Beispiel wenn das Thema des Herrenabends „Gemeinschaft säen. Zukunft ernten“ lautet). Die guten Veranstaltungen hingegen – und ich gehe durchaus regelmäßig auf Veranstaltungen – sind immer diejenigen, die möglichst viele unterschiedliche Menschen zu Wort kommen lassen – in Formaten, die das zulassen, und mit Gästen, die vielfältig sind.

Das Festhalten an homogenen Podien ermüdet mich, denn es bringt uns genausowenig voran wie die Fantasie des Reihenhausredakteurs, und es ist beides so sehr an meiner Lebenswelt vorbei, dass ich sogar beginne, wütend zu werden. Ich werde sehr selten wütend und es dauert sehr lange, bis das passiert; ich bin ein freundlicher, vorwärtsgewandter Mensch. Aber diese beiden Dinge, das journalistische Framing und die sich selbst bestätigenden Speakerrunden, machen mich nicht nur müde, sondern langsam wirklich sauer, und ich weiß nicht, wo das hinführen wird.

Dienstag, 12. Juni

Es ist ein bisschen eskaliert. Nach mehr als zwölf Jahren bloggen habe ich zwar ein Gefühl dafür, welcher Blogbeitrag rumkommen wird und welcher nicht. Aber manchmal überrascht die Resonanz dann doch.

Parship hat mir neben 140 Kommentaren im Blog auch rund 80 neue Twitter-Follower geschenkt. Das sind 3,3 Follower pro Stunde. Das bedeutet: Alle 18 Minuten folgt mir ein Twitterer dank Parship. Ein völlig unterschätztes Potential – unter Marketingsgesichtspunkten.

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Gestern bin ich für einen Kundenworkshop unterwegs gewesen, 14 Stunden in der Bütt und auf der Autobahn. Der Tag danach ist dann immer irgendwie ein Durchatmetag. An der Uni haben die Kollegin und ich uns mit Studierenden aus dem Montagsseminar getroffen: Produktionsplanung, Vorgehensplanung, Deadlines, wer macht was bis wann.

Auf dem Heimweg habe ich am Freibad angehalten. Nachdem ich am Sonntag schwimmen war, bin ich angefixt. Ich habe mir eine 11er-Karte gekauft.

11er-Karte Freibad

11er-Karten im Freibad sind wie 11er-Karten 1985 und völlig analog: Eine Papierkarte, in die der Bademeister ein Loch stanzt. Ich fühlte mich um 30 Jahre in die Vergangenheit versetzt, nicht nur wegen der Karte, sondern auch, weil das ganze Bad ist, wie Freibäder 1985 waren. Die Zeit in der Freibadwelt, sie ist relativ. Das ist auf meditative Weise wunderbar.

Das Bad war wenig besucht – wegen zu kalt, zu wolkig, zu Nachmittag, zu Dienstag. Ich bin 1,5 Kilometer geschwommen: 1000 Meter mit gebotenem Ernst, danach bin ich noch 500 Meter rumgeflippert. Großes Wohlgefühl für 2 Euro 90.

Für die 1000 Meter habe ich 28 Minuten gebraucht. Damit bin ich zufrieden – gemessen daran, dass ich seit Jahren nicht geschwommen bin und in meiner Schwimmkarriere nie mehr als Seepferdchenunterricht genossen habe. Wie ich hinterher las, genügt die Zeit sogar für das Schwimmabzeichen in Gold und für das Sportabzeichen. Vielleicht sogar für ein Goldabo für Freibadpommes, wenn es so etwas gäbe und wenn es mein Freibad Freibadpommes hätte.

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Gelesen: Discover EU – Europa schenkt jungen Menschen 15.000 kostenlose Interrail-Tickets. Super Sache. Wenn es das irgendwann mal für Senioren gibt, bin ich dabei.



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